Episode 137 -
Integraler Journalismus

Episode 137 -
Integraler Journalismus

Was, wenn Journalismus noch gesellschaftsdienlicher wäre? Und journalistische Arbeit noch sinnvoller? Und was, wenn sich das besser verkauft – auch bei jüngeren Menschen?

Stefan beobachtet, dass der öffentliche Diskurs oft dem Motto „Streit schafft Reichweite“ folgt. Konflikte werden oft überbetont, eine Synthese konträrer Meinungen selten angestrebt. Das normiert eine wenig hilfreiche Diskurskultur, der sehr viele Menschen Abend für Abend in Talkshows beiwohen. Diese negative Newsflut erzeugt Angst-, Verzweiflungs- und Ohnmachtsgefühle. Das Skandalisieren, das Ausschlachten von Fehlern, der Fokus auf Randaspekte großer Probleme statt auf Systemzusammenhänge: All das trägt auch zu kurzatmigen Gesetzen bei, die Partikularinteressen überbetonen. Und es gibt fragwürdige Incentives, wer in der Politik Karriere macht.

Die meisten von uns stellen die eigene Weltsicht über alle anderen – was aus Stefans Perspektive endlose, ewiggleiche Debatten nach sich zieht. Er sagt: Ein integraler Journalismus, der die Denklogik und Wertesysteme der verschiedenen Stufen kennt, weist einen Ausweg aus dieser kommunikativen Sackgasse. Denn es ist eigentlich alles, was wir brauchen, da. Wir müssen es nur auf hilfreichere Weise zusammenführen.

Das inspiriert Stefan:

Ich liebe es, mich als Gitarrist, Sänger, DJ und Zuhörer der musikalischen Improvisation hinzugeben und tief in dabei entstehende emotionale Landschaften aller Art einzutauchen. Laut Spotify-Algorithmus habe ich mich dieses Jahr mit 156 Musikgenres befasst.

Als äußerst inspirierend empfinde ich zudem die Gespräche mit Menschen aus vielen unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und Kulturkreisen, denen ich durch meine journalistische Arbeit begegne.

Dazu schöpfe ich beruflich wie privat Kraft aus den Werken zur psychologischen und kulturellen Stufenentwicklung. Die selbst erstellte Landkarte mit 58 Entwicklungslinien, die bei uns im Flur hängt, wird allerdings auch schon einmal mit einer Dartscheibe verwechselt.

Eine Auswahl meiner journalistischen Arbeiten >> 

Erste Gedanken für einen integral-systemischen Journalismus >> 

Mein privater Blog über Musik >>

unsere Gesprächspartner

Stefan Schultz

integraler-journalismus.org

Stefan Schultz, Jahrgang 1980, zwei Söhne, ist Gründer des Instituts für Integralen Journalismus (IfIJ), das sich für eine perspektivenreichere, selbstreflektiertere, empathischere und inspirierende Berichterstattung und für eine reifere Diskurskultur einsetzt.

Er arbeitet als Wirtschaftsredakteur beim SPIEGEL, war als Korrespondent in San Francisco, New York und Peking und hat Multimedia- und Mixedmedia-Reportagen aus aller Welt veröffentlicht.

 

Martin Permantier

Martin Permantier

emergetik.de

Ich begleite Unternehmer:innen und Führungskräfte in Phasen persönlicher Entwicklung, anspruchsvoller Entscheidungen und tiefgreifender Veränderung. Dabei begegne ich ihnen nicht als externer Experte, sondern als Unternehmer, Vater von drei Kindern und Mensch, der Verantwortung, Unsicherheit und Entwicklung aus eigener Erfahrung kennt.

Seit über 30 Jahren gestalte ich Unternehmen, helfe Unternehmer*innen und Führungskräften und weiß, wie eng persönliche Entwicklung und unternehmerische Realität miteinander verbunden sind. Deshalb stehen bei mir nicht Methoden oder schnelle Lösungen im Mittelpunkt, sondern die Erweiterung von Wahrnehmung, Haltung und Resonanz. Aus dieser Klarheit entstehen haltbare Entscheidungen, die sowohl der Person als auch ihrer Verantwortung gerecht werden.