„Ich komme jetzt zu mir" – Was das Sterben über das Leben lehrt
Anne-Dorte Nielsen, Gewandmeisterin und Palliativpatientin, teilt in dieser Folge etwas Unerwartetes: Angesichts des Todes hat sie mehr innere Freiheit und Kontalt zu ihrem Wesenskern gefunden als je zuvor in ihrem Leben.
Vier Gedanken die bleiben:
- Radikale Akzeptanz ist keine Resignation: Ich kann vieles nicht verändern, aber meine inneren Haltung dazu - das ist eine der aktivsten Entscheidungen, die ein Mensch treffen kann.
- Im Angesicht des Todes wird das Leben lebendig: Wer weiß, dass die Zeit begrenzt ist, trifft andere - bewusstere, eigentlichere - Entscheidungen.
- Selbstliebe ist keine Idee, sondern eine Erfahrung: Anne-Dorte beschreibt, wie sie in diesem Moment, mit 60 Jahren, zum ersten Mal wirklich spürt, wer sie ist.
- Nur dieser Moment ist.
Diese Folge ist ein stilles, ehrliches Gespräch über das, was zählt. Anne-Dorte teilt, was viele von uns ahnen, aber selten so klar erleben: dass echtes Ankommen bei sich selbst möglich ist – und dass es manchmal eines großen Umwegs bedarf, um den Weg nach innen zu finden.
Es ist zum einen ein Gespräch über das Sterben, aber viel mehr noch über das Sein und die innere Freiheit, die in uns auch in entstehen kann. Ein Blick in eine Welt, in der sich die vermeintlichen Paradoxe von Tod und Leben zu einem neuen Erkenntnisraum formieren können.
*Anne-Dorthe ist am 04.01.2022 verstorben
Was Anne-Dorthe Nielsen inspiriert:
-Menschen, die ihr Ding machen und originell, wahrhaftig und frei sind, die nach Meisterschaft, Leidenschaft und Kreativität jeglicher Art streben. Das kann in allen Bereichen des Lebens sein: innerlich, äußerlich, Kunst, Musik, Literatur, Mutterschaft, Vaterschaft, Kochen, Handwerk, Sport… Es sind die Herangehensweise, die Motivation und der Fokus, die mich begeistern und inspirieren.
-Projekte die mich und meine Kreativität fördern, intellektuell, emotional, handwerklich.
unsere Gesprächspartner
Anne-Dorthe Nielsen (Ann Dora)
Im Moment fordert mich mein Leben auf, einen neuen Weg zu gehen. Auf dieser Reise möchte ich meine Erfahrungen teilen, andere inspirieren und berühren und mich zeigen. Es wird eine große Überraschung, und ich bin gespannt welche Form sie nehmen wird. Mein Leben hat sich radikal verändert: von kreativer Arbeit mit renommierten Kunden zu einer Diagnose von Krebs im Endstadium ohne Aussicht auf Heilung und mit einer kurzen Lebenserwartung. Im letzten Jahr war ich noch Gewandmeisterin mit eigenem Atelier für historische Kostüme und große Produktionen.
Ich liebe meinen Beruf und habe mit 17 angefangen. Ich bin Dänin aus Kopenhagen und 1988 in die USA ausgewandert, wo ich meinen deutschen Mann kennenlernte. Wir sind 32 Jahre verheiratet, haben zwei erwachsene Söhne und leben seit 2004 in Berlin. Jetzt verabschiede ich mich von allem was war und bin dabei unter anderen Bedingungen neue Lebensfreude und -inhalte zu finden. Ich habe mich gefragt: Ist das möglich - und, wenn ja, wie? Ich entdecke: Ja, es ist möglich - und wie möchte ich gern erzählen.
*Anne Dorthe ist am 04.01.2022 verstorben
Martin Permantier
Ich begleite Unternehmer:innen und Führungskräfte in Phasen persönlicher Entwicklung, anspruchsvoller Entscheidungen und tiefgreifender Veränderung. Dabei begegne ich ihnen nicht als externer Experte, sondern als Unternehmer, Vater von drei Kindern und Mensch, der Verantwortung, Unsicherheit und Entwicklung aus eigener Erfahrung kennt.
Seit über 30 Jahren gestalte ich Unternehmen, helfe Unternehmer*innen und Führungskräften und weiß, wie eng persönliche Entwicklung und unternehmerische Realität miteinander verbunden sind. Deshalb stehen bei mir nicht Methoden oder schnelle Lösungen im Mittelpunkt, sondern die Erweiterung von Wahrnehmung, Haltung und Resonanz. Aus dieser Klarheit entstehen haltbare Entscheidungen, die sowohl der Person als auch ihrer Verantwortung gerecht werden.