Episode 295 -
Die nächste Seite des Weiterdenkens – warum Bücher heute auch gefühlt werden wollen

Episode 295 -
Die nächste Seite des Weiterdenkens – warum Bücher heute auch gefühlt werden wollen

Wird das klassische Sachbuch in Zeiten von KI irgendwann überflüssig? Und brauchen wir dann künftig mehr Bücher, die uns etwas (Neues) erleben lassen, uns vielleicht sogar verändern, statt uns nur zu informieren?“ 

Über diese und viele weiter Perspektiven auf (Wirtschafts)litertur tauscht sich Martin Permantier in dieser Folge mit Thomas Ammon aus. Thomas ist Programm- und Lektoratsleiter für den Bereich Wirtschaft beim Verlag Franz Vahlen in München. In dieser Funktion verantwortet er das Verlagsprogramm in den Themenfeldern Management, Führung, Organisation, Innovationsmanagement und wissenschaftliches Arbeiten.

Der Frage nach KI begegnet Thomas mit Beobachtungen. KI hilft ihm im Alltag spürbar weiter, z.B. bei Pressetexten, Metadaten, neuen Zusatzformaten für bestehende Titel. Er bemerkt, dass eingereichte Exposés zunehmend professioneller wirken, manchmal fast zu glatt. Dann sind ihm Ecken und Kanten, die erkennbar menschlich bleiben, wichtiger als makellose Perfektion.

Bei möglichen kommenden Trends bleibt er zurückhaltend: Viele Buchideen folgen gerade dem Muster „Thema plus KI", was ihm eher dünn als wegweisend erscheint. Eine große neue Buchwelle sieht er dadurch im Moment nicht ausgelöst.

Spannend ist ihr Austausch über das neue Buch von Martin, Susanne und Christoph, welches er lektoriert hat und das jetzt vorbestellbar ist: „Zwischen uns entsteht die Welt. Haltung entscheidet, wie wir werden, wer wir sind". Denn es ist in einer eher ungewöhlichen Erzählform verfasst, ein romanartiges Sachbuch mit vielen Erzählelementen. Thomas Gedanken dazu reichen über dieses eine Buch hinaus: Während Informationen von überall her einströmen, gibt ein Buch 200 oder 300 Seiten Zeit, um wirklich etwas zu erleben, zu fühlen und zu entwickeln.

Daraus lässt sich vielleicht auch ableiten, was für ihn ein wirklich gutes Buch ausmacht: Es soll ihn packen, eine bekannte Sache aus einer neuen Richtung zeigen, die im Kopf bleibt oder gänzliche neue Fragen ermöglichen. 

 

Leseprobe von "Zwischen uns entsteht die Welt" >>

 

Das inspiriert Thomas Ammon:

Bücher:

  • Georg Baumgartner, Königliche Träume. Ludwig II. und seine Bauten (Hugendubel Verlag, 1981)
  • Hans-Jürgen Jakobs, Zwischen Augstein, Springer & Co. Deutsche Mediendynastien (Orell Füssli, 1990)
  • Gareth Morgan, Bilder der Organisation (Klett Cotta, 1997)

Wie er entspannt:

Lesend, schwimmend (was sich nicht gleichzeitig bewerkstelligen lässt).

unsere Gesprächspartner

Thomas Ammon

vahlen.de

Thomas Ammon ist Programm- und Lektoratsleiter für den Bereich Wirtschaft beim Verlag Franz Vahlen in München. In dieser Funktion verantwortet er das Verlagsprogramm in den Themenfeldern Management, Führung, Organisation, Innovationsmanagement und wissenschaftliches Arbeiten.

Vor seinem Wechsel zu Vahlen im Jahr 2015 war er als Acquisition Editor für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften beim Oldenbourg Wissenschaftsverlag tätig. Weitere Stationen seiner beruflichen Laufbahn waren unter anderem Positionen als Produktmanager bei der verlag moderne industrie AG sowie als Business Development Manager bei WEKA Media.

Thomas Ammon studierte Betriebswirtschaftslehre. Darüber hinaus war er als Dozent an der FernUniversität in Hagen in den Bereichen Organisation, Strategie und Unternehmensführung tätig.

Martin Permantier

Martin Permantier

emergetik.de

Ich begleite Unternehmer:innen und Führungskräfte in Phasen persönlicher Entwicklung, anspruchsvoller Entscheidungen und tiefgreifender Veränderung. Dabei begegne ich ihnen nicht als externer Experte, sondern als Unternehmer, Vater von drei Kindern und Mensch, der Verantwortung, Unsicherheit und Entwicklung aus eigener Erfahrung kennt.

Seit über 30 Jahren gestalte ich Unternehmen, helfe Unternehmer*innen und Führungskräften und weiß, wie eng persönliche Entwicklung und unternehmerische Realität miteinander verbunden sind. Deshalb stehen bei mir nicht Methoden oder schnelle Lösungen im Mittelpunkt, sondern die Erweiterung von Wahrnehmung, Haltung und Resonanz. Aus dieser Klarheit entstehen haltbare Entscheidungen, die sowohl der Person als auch ihrer Verantwortung gerecht werden.