Über die verborgene Macht unserer Erwartungsmuster
In dieser Kompaktfolge spricht Martin Permantier mit Klaus Eidenschink über das oft missverstandene Zusammenspiel von Emotionen, Gefühlen und Verstand. Warum reagieren wir in Meetings manchmal wie gelähmt oder gehen sofort in den Widerstand? Die Antwort liegt tiefer, als wir meist vermuten.
Die Schwerpunkte dieser Folge:
- Emotion vs. Gefühl: Während Emotionen eine direkte Reaktion auf die Gegenwart sind (z. B. Furcht beim Anblick eines Löwen), sind Gefühle unsere inneren Archivare. Sie bewerten das Jetzt auf Basis alter Erfahrungen.
- Die Illusion der rationalen Kontrolle: Wir glauben oft, wir könnten uns „vernünftig“ aus Krisen herausdenken. Doch unsere grundlegenden Bewertungsmuster sind vorsprachlich geprägt – sie entstanden, bevor wir überhaupt sprechen konnten.
- Gefühle steuern das Denken: Es ist ein Trugschluss zu glauben, das Denken könne Gefühle einfach kontrollieren. Oftmals färben unsere unbewussten Gefühlsmuster unsere Gedanken und Ziele.
- Gefahr der falschen Selbstreflexion: Wer über sich nachdenkt, ohne seine unbewussten Gefühle kennenzulernen und einzubeziehen (was oftmals Begleitung erfordert), dreht sich im Kreis, da die Basis der Reflexion unvollständig ist.
Fazit: Wirkliche Veränderung und zukunftsfähige Führung beginnen nicht im Kopf, sondern bei der Bereitschaft, sich den eigenen, oft unbewussten Gefühlsmustern zu stellen. Nur wer versteht, welche „alten Geschichten“ sein heutiges Handeln leiten, diese Gefühle aktiviert und seinem Nervensystem eine neue Erfahrung ermöglicht, gewinnt die Freiheit, in der Gegenwart wirklich neu oder anders zu reagieren und zu handeln.
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unsere Gesprächspartner
Klaus Eidenschink
Klaus Eidenschink ist ein deutscher Berater, Coach und Autor, der sich auf Organisationsentwicklung, Konfliktmanagement und Change-Management spezialisiert hat. Er hat einen Hintergrund in Theologie, Philosophie und Psychologie und bietet Beratungsdienstleistungen für Führungskräfte, Teams und Organisationen an.
Als Gründer des Hephaistos Coaching-Zentrums in München hat er ein integratives Beratungskonzept entwickelt, das auf seiner "Metatheorie der Veränderung" basiert. Diese Theorie beschäftigt sich damit, wie Veränderungsprozesse in Organisationen und bei Einzelpersonen begleitet und verstanden werden können, indem Unsicherheiten akzeptiert und reflektiert werden.
Martin Permantier
Ich begleite Unternehmer:innen und Führungskräfte in Phasen persönlicher Entwicklung, anspruchsvoller Entscheidungen und tiefgreifender Veränderung. Dabei begegne ich ihnen nicht als externer Experte, sondern als Unternehmer, Vater von drei Kindern und Mensch, der Verantwortung, Unsicherheit und Entwicklung aus eigener Erfahrung kennt.
Seit über 30 Jahren gestalte ich Unternehmen, helfe Unternehmer*innen und Führungskräften und weiß, wie eng persönliche Entwicklung und unternehmerische Realität miteinander verbunden sind. Deshalb stehen bei mir nicht Methoden oder schnelle Lösungen im Mittelpunkt, sondern die Erweiterung von Wahrnehmung, Haltung und Resonanz. Aus dieser Klarheit entstehen haltbare Entscheidungen, die sowohl der Person als auch ihrer Verantwortung gerecht werden.